A

  • Abwendungssystem
    Das Abwendungssystem hilft uns, Gefahren frühzeitig zu erkennen. Es wird immer dann aktiviert, wenn wir negativen Stress erleben, z.B. Angst, Lärm, Kälte - und jede Erfahrung, die uns unangenehm ist. Neurophysiologisch ist das Abwendungssystem eng mit der Amygdala verknüpft. Dieses Gehirnareal sorgt mit dafür, dass im Abwendungsmodus Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet werden. Wer über ein ausgeprägtes Abwendungssystem verfügt, ist empfänglicher für störende Einflüsse und reagiert oft schon auf kleinste Stressoren. Das Abwendungssystem befindet sich im Regelfall in Balance mit dem Annäherungssystem. Wir brauchen beide System ein Ausgewogenheit, um Wohlbefinden zu spüren.
  • Aktualisierungstendenz
    D
    as menschliche Streben, unter allen Umständen zu wachsen, zu leben und sich an die (veränderten) Umweltbedingungen anzupassen. Carl Rogers beschrieb die Aktualisierungstendenz als „die dem Organismus innewohnende Tendenz zur Entwicklung all seiner Möglichkeiten. Und zwar so, dass sie der Erhaltung oder Förderung des Organismus dienen.“ Die Aktualisierungstendenz ist damit ein Prinzip der Selbstorganisation, denn der immerwährende Attraktor ist das Streben des Organismus nach Wachstum, Entwicklung, Differenzierung, Autonomie, Empowerment und Selbstverwirklichung.       
  • Annäherungssystem
    Das Annäherungssystem ist mit unserem inneren Belohnungssystem, dem Lustzentrum, verbunden. Das Verlangen nach Belohnung ist ein so machtvoller Antrieb menschlichen Handelns, dass Dopamin ausgeschüttet wird, weil uns schon der Gedanke an die kommende Veränderung motiviert und wir Lust haben, das Ziel der Veränderung zu erreichen. Die zusätzliche Ausschüttung des Hormons Oxytocin hilft uns, das nötige Vertrauen aufzubauen, die Situation meistern zu können.       
  • Attraktor
    Attraktoren determinieren das Chaos, das heißt, sie wirken wie ein imaginäres Ziel, auf das ein chaotisches System langfristig zustreben kann und dadurch ein relativ geordnetes Verhalten annimmt. Auch in einem scheinbaren Chaos lassen sich also immer wieder Muster finden.       
  • Autopoiese
    Ein chaotisches System sucht system-immanent nach Stimmigkeit (Kohärenz) und erhält, wandelt und erneuert sich dadurch quasi selbst (Autopoiese) und zwar so, dass die Integrität der Struktur gewahrt bleibt. Der Begriff der Autopoiese wurde von den chilenischen Biologen, Neurowissenschaftlern und Philosophen Humberto Maturana und Francisco Varela geprägt und mit Leben gefüllt. Anfang der 70er-Jahre haben sie im Rahmen ihrer Zellforschung festgestellt, dass sich lebende Zellen autopoietisch selbst erzeugen und zwar mit Hilfe der Elemente, aus denen sie selbst bestehen.       
  • Autopoietische Systeme
    Komplexe autonome Systeme, operational geschlossen und strukturell determiniert. Das heißt, die bereits vorhandenen Strukturen legen die Grenzen der Veränderung fest. In der Konsequenz bedeutet das, dass ein autopoietisches System nicht gezielt Einfluss auf ein anderes autopoietisches System nehmen und es verändern kann. Die System-Autonomie steht dem im Weg.    
  • Autotelisch
    Etwas wird um seiner selbst willen durchgeführt.     

B

  • Basisinnovation
    Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler und Harvard-Professor Joseph Alois Schumpeter, stellte fest, dass bestimmte technische Innovationen – so genannte Basisinnovationen – Auslöser der Kondratieff-Zyklen sind. Basisinnovationen entstehen, weil sich bestimmte Knappheiten aufstauen, die die Produktivität hemmen und damit das Wirtschaftswachstum niedrig halten oder gar blockieren. Basisinnovationen sind Innovationen, die umfassendes technisches Neuland erschließen und einen breiten Strom von Nachfolgeinnovationen mit weitreichenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen auslösen. Schumpeter nannte diesen Prozess „Schöpferische Zerstörung“. Laut Schumpeter sind neue Ideen und Technologien, die alte verdrängen, der eigentliche Motor für Wohlstand und Wachstum. Die Spanne zwischen zwei Basisinnovationen nannte Schumpeter den „Kondratieff-Zyklus“.  
  • Bifurkation
    Ein Begriff aus der Chaosforschung. Eine Bifurkation ist eine "Weggabelung", die durch zwei Attraktoren hervorgerufen wird. Im echten Leben ist das kein wirklich seltenes Phänomen. Je komplexer Situationen sind, umso häufiger stehen wir vor Entscheidungsproblemen, weil es mindestens zwei Richtungen gibt, in die wir gehen können. Diese Optionenvielfalt sorgt für eine erhöhte Komplexität in einer (Entscheidungs-)Situation.
  • Big Data
    Datenmengen, die zu groß oder zu komplex sind oder sich zu schnell ändern, um sie bewältigen und sinnvoll nutzen zu können. Das Handling dieser „Big Data“ wird zu einer der großen Herausforderungen der Zukunft.       
  • Burn-out
    Das Burn-out-Syndrom selbst ist wissenschaftlich nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt im ICD-10 als „ein Problem der Lebensbewältigung“, ausgelöst durch chronische Stressoren im Beruf, die wegen der verminderten Belastbarkeit (körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher oder anderweitiger Überlastung) nicht bewältigt werden können.     

C

  • Chaosforschung
    Die Chaosforschung beschäftigt sich mit der „Dynamik der Entstehung von Ordnung und Chaos und deren gegenseitigen Übergängen.“ Ihr Ziel ist es, Instabilitäten und das Wechselspiel von Zufall und Voraussagen zu verstehen. Der US-amerikanische Meteorologe Edward Lorenz gilt als Wegbegleiter der Chaostheorie. Er entdeckte, dass das chaotische Wetter Ordnungsmuster aufweist, so genannte „seltsame Attraktoren“ (Anziehungspunkte).       
  • Coping
    Das Bewältigen von Situationen bzw. ein erfolgreicher Umgang mit Stressoren.   

D

  • Dauer-Erwartung
    Sie wird bereits in der Kindheit gelegt, wenn Kindern bestimmte Erwartungen und Anforderungen hinsichtlich der Dauer von Ereignissen, Abläufen oder Beziehungen beigebracht werden. Tagesabläufe, Rituale oder Termine werden stillschweigend oder von vornherein mit einer bestimmten Zeitdauer versehen und als gelernt abgespeichert. Die Dauer-Erwartun“ ist in verschiedenen Gesellschaften, Kulturen und Regionen unterschiedlich ausgeprägt, aber bei jedem Menschen stets früh erworben und tief verwurzelt.      
  • Digitalisierung (auch digitale Revolution)
    Basiert auf der Erfindung des Mikrochips und dessen stetiger Leistungssteigerung (Mooresches Gesetz), der Einführung der flexiblen Automatisierung in der Produktion und dem Aufbau weltweiter Kommunikations-Netze wie dem Internet.      

E

  • Eilkrankheit („hurry sickness“)
    Eine Art permanentes inneres Getrieben-Sein mit ernst zu nehmende Gefahren, vor allem für das Herz-Kreislauf-System. (>> weitere Infos www.eilkrankheit.de)       
  • Entropie
    Ein Zustand der Unordnung. Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky nahm an, dass Entropie – „die allgegenwärtige Tendenz menschlicher Organismen, ihre organisierten Strukturen zu verlieren“ – ein integraler Bestandteil des menschlichen Lebens ist.     
  • Entropie (negative)
    Negative Entropie – die Fähigkeit eines Systems, Ordnung auch wieder aufbauen zu können. Entropie und negative Entropie stehen in Wechselwirkung zueinander.

F

  • Flow
    Der Begriff „Flow“ bezeichnet das Gefühl der völligen Vertiefung und des Aufgehens in einer Tätigkeit. Vergleichbar etwa mit einem Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch.       
  • Fraktal
    Als Fraktal bezeichnet man bestimmte natürliche oder künstliche Gebilde oder geometrische Muster, die einen hohen Grad von Selbstähnlichkeit aufweisen. Fraktale sind im weiteren Sinne grundsätzlich wiederkehrende, in sich selbst verschachtelte Strukturen.       
  • Futability®
    Das von Melanie Vogel entwickelte und markenrechtlich geschützte Kunstwort, zusammengesetzt aus den englischen Wörtern „Future“ (= Zukunft) und „Ability“ (= Befähigung, Fähigkeit). Es bezeichnet die Fähigkeit, den Veränderungen und Herausforderungen der Zukunft pro-aktiv, flexibel und reflektiert begegnen zu können.      

G

  • Generalisierte Widerstandsressourcen („GRR – general resistance ressources“)
    Die Widerstandsressourcen ermöglichen einen konstruktiven Umgang mit Stress und erfüllen zwei Funktionen: Zum einen prägen sie kontinuierlich unsere Lebenserfahrungen und stärken im besten Fall dadurch unser Kohärenzgefühl. Zum anderen können die Widerstandsressourcen aktiviert werden, wenn es für die Bewältigung einer stresshaften (Veränderungs-)Situation notwendig ist („Coping“). Stressoren können ihr gesundheitsschädigendes Potenzial dann nicht entfalten, wenn einer Person ausreichend Widerstandsressourcen zur Verfügung stehen.       
  • Gesundheit
    Das „vollständiges körperliches, soziales und geistiges Wohlbefinden eines Menschen“ (Definition der WHO). Das systemisch ganzheitliche Verständnis von „Gesundheit als Entität von Körper, Geist und Seele“ ist die Grundlage für die Wiederherstellung der Kohärenz in einem in Unordnung geratenen System oder in einer als chaotisch empfundenen Situation.       
  • Gratifikationskrise
    Der Medizinsoziologe Johannes Siegrist postulierte das Modell der beruflichen Gratifikationskrise als Modell der Krankheitsentstehung. Eine „Gratifikationskrise“ entsteht, wenn Menschen sich stark verausgabt haben, dafür aber nicht in angemessener Weise entschädigt werden.

I

  • Industrie 4.0 (auch 4. Industrielle Revolution)
    Steht synonym für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation.    
  • Innovative Momente
    Sie beschreiben Situationen, in denen Menschen ihr problembehaftetes Denken und Fühlen in Frage stellen, sich davon befreien und neue Ziele aktiv angehen. Innovative Momente sind Momente der Kreativität, in denen etwas Neues entstehen kann, weil im Rahmen einer Krise ein bewusster Kohärenzübergang stattfindet. Positive Gefühle wie Freude, Hoffnung und Spaß herrschen vor.
  • Intentionale Kooperation(-skulturen)
    Intentionale Kooperation ist die ziel- und zweckgerichtete Zusammenarbeit von Menschen. Wir sind zunehmend mehr auf gesunde, effektive und erfolgreiche Kooperationen angewiesen, um den veränderten Arbeitswelten, einer alternden Gesellschaft und einer entropischen, krisengeplagten Welt entgegentreten zu können. Projektarbeit, Arbeitsgruppen, Netzwerke, virtuelle und reale Interaktionen mit Menschen aus allen Kulturkreisen, Kommunikation, Interaktion, Information – alles deutet schon jetzt auf den Trend zu (noch) mehr Kooperation hin.
  • Intuition
    Wer intuitiv handelt, lässt sich von seinen Emotionen leiten. Intuition ist vergleichbar mit Affektheuristik, dem übergreifenden, schnell verfügbaren „guten Gefühl“ oder „schlechten Gefühl“, das sich stimmig anfühlt. Das „gute“ oder „schlechte“ Gefühl wird neurobiologisch vom orbifrontalen Cortext über den Augenhöhlen orchestriert, der den Zusammenhang zwischen Gefühlen und Emotionen im Gehirn zuvor „emotional markiert“, also abgespeichert hat.        
  • Iteration
    Um das Verhalten chaotische Systeme untersuchen zu können, muss man sich Schritt für Schritt vorantasten. Dieses schrittweise Vorantasten nennt man Iteration.  

K

  • Kohärenzgefühl
    Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky hat den Begriff entwickelt und definiert ihn wie folgt: „Das Kohärenzgefühl ist eine globale Orientierung, die ausdrückt, in welchem Ausmaß man ein durchdringendes, andauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, dass die Stimuli, die sich im Verlauf des Lebens aus der inneren und äußeren Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind; einem die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen, die diese Stimuli stellen, zu begegnen; die Anforderungen Herausforderungen sind, die Anstrengung und Engagement lohnen.“ Das Kohärenzgefühl beschreibt die Grundeinstellung eines Individuums zum Leben, um auftretenden Herausforderungen immer wieder aufs Neue zu begegnen. Je häufiger eine Person die Erfahrung macht, dass sie Stress nicht wehrlos ausgeliefert ist, umso mehr bildet sich eine Überzeugung heraus, dass das Leben in den individuell relevanten Bereichen sinnvoll, überschaubar und handzuhaben ist. Die Grundhaltung des Kohärenzgefühls ist ein tiefes Gefühl des Vertrauens.
  • Kohärenzübergang
    Jede Krise ist ein Kohärenzübergang, der Übergang von einer Ordnung zu einer anderen. Kohärenzübergänge sind Phasen der Kreativität, denn es kann sich etwas Neues bilden.       
  • Kondratieff-Zyklen
    „Lange Wellen der Konjunktur“. Der russische Ökonom Nikolai Dmitrijewitsch Kondratieff war sich sicher, dass (Wirtschafts-)Krisen lediglich ein tiefes Tal zwischen zwei langen Strukturzyklen seien. Diese langfristigen Zyklen wiederholten sich seiner Meinung nach alle 50 bis 60 Jahre und werden getrieben durch sogenannte Basisinnovationen.       
  • Kreativarbeiter (der schöpferisch tätige Mensch)
    Talentierte Menschen, denen Veränderungen keine Angst machen. Sie sind in der Lage, eigenverantwortlich, kreativ, flexibel und wandlungsfähig zu agieren. Sie sind fähig, divergente Verbindungen herzustellen – also quer zu denken, Fragen zu stellen und sich nicht mit dem aktuellen Status Quo zufrieden zu geben.       
  • Kreativitätskränkung („creative mortification“)
    Sie tritt auf, wenn eine schöpferische Leistung kritisiert wird. Eine Kreativitätskränkung führt zu Scham und ist oft verbunden mit einer Fähigkeitszuschreibung. In der Folge wird das kreative Streben vorübergehend oder gänzlich aufgegeben.      

M

  • MEGA-Zeitalter
    Vier elementare Trends, die Einfluss nehmen auf Wirtschaft und Gesellschaft. M = Me and Myself (Trend zur Individualität), E = Erneuerung (Trend zur radikalen Veränderung der Arbeitswelt), G = Globalisierung (Trend zur weiter zunehmenden globalen Vernetzung), A = Adaptionsprobleme (Weniger ein Trend – mehr ein Mangel an geeigneten (Selbst-)Management-Tools, um mit VUCA-Welten umgehen zu können.

O

  • Organismischer Bewertungsprozess
    Der gesamte Organismus ist in den bewussten Erfahrungsprozess involviert. Oft geht das Erleben einer bewussten positiven Erfahrung zum Beispiel einher mit einer spürbaren körperlichen Entspannung oder einem Gefühl des erleichterten „Aha-Erlebens“. Nur durch die Bewusstwerdung werden Erfahrungen zu einer Selbsterfahrung und genau in diesem Moment findet nachhaltiges Lernen statt.
  • Organization Man
    Fachbegriff für den abhängig beschäftigten Angestellten, erstmals erwähnt in dem 1956 erschienenen gleichnamigen Bestseller des US-Amerikaners William H. Whyte.       
  • Oxytocin
    Immer dann, wenn Menschen stark emotional besetzte Bindungen eingehen, wird im Hypothalamus das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin hat den Effekt, dass die Verhaltensweisen verstärkt werden, die zwischenmenschliche Bindungen sichern und das Vertrauen steigern.    

P

  • Permanenzgefühl
    Der amerikanische Professor und Pädiater Thomas Boyce prägte in den 70er-Jahren den Begriff des „Permanenzgefühls“ und verstand darunter „den Glauben oder die Wahrnehmung, dass bestimmte zentrale, wertvolle Elemente der Lebenserfahrung stabil und überdauernd sind.“       
  • Perturbation
    Störungen durch die Umwelt.       
  • Psychologische Grundbedürfnisse (nach Edward L. Deci und Richard M. Ryan)
    Das Bedürfnis nach Kompetenz (effectancy), das Bedürfnis nach Autonomie/Selbstbestimmung (autonomy) und das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit (affiliation).      

R

  • Resiliente Kreativität
    Form der Widerstandsfähigkeit gegenüber Kreativitätskränkungen       
  • Resilienz
    Das Wort „Resilienz“ kommt aus dem englischen „resilience“ und lässt sich übersetzen mit Spannkraft, Widerstandsfähigkeit, Elastizität.   

S, Sch, St

  • Salutogenese
    Ein Konzept der Entstehung von Gesundheit. Im Gegensatz zur Pathogenese, die sich damit beschäftigt, warum der Mensch krank wird, fokussiert sich die Salutogenese auf die Frage: „Was hält den Menschen gesund?“       
  • Selbsterfahrung
    Erfahrung + Bewusstwerden (emotional, kognitiv und körperlich) = Selbsterfahrung
    Sobald eine Erfahrung gegenwärtig bewusst wird, spricht man von einer „Symbolisierung“ oder auch „Gewahrwerdung“. Eine Erfahrung wird an ein bestimmtes Gefühl gekoppelt, sie wird „wahr“ und „wahrgenommen“ und somit verinnerlicht. Oft geht das Erleben einer bewussten Erfahrung einher mit einer spürbaren körperlichen Entspannung oder einem Gefühl des erleichterten „Aha-Erlebens“. Der gesamte Organismus ist also in den bewussten Erfahrungsprozess involviert (organismischer Bewertungsprozess). Nur durch die Bewusstwerdung werden Erfahrungen zu einer Selbsterfahrung und genau in diesem Moment findet nachhaltiges Lernen statt.       
  • Selbstverwirklichung
    Die Möglichkeit, das Leben selbstbestimmt in Freiheit leben zu können und die eigenen Potenziale ausschöpfen zu können.
  • Selbstwirksamkeitserwartung
    Das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung wurde von dem Psychologen Albert Bandura in den 1970er-Jahren entwickelt. Menschen mit einer niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung glauben, dass sie mit ihrem Können und ihren Fähigkeiten nicht viel erreichen können. Sie sehen sich häufiger als Opfer. Demgegenüber glauben Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung an die Wirksamkeit ihrer Handlungen. Sie sind überzeugt, dass sie fähig sind, zu lernen, mit einer Situation umzugehen oder sich an Veränderungen anzupassen. Ihren Erfolg schreiben sie dem eigenen Können zu, Misserfolg eher dem Zufall.       
  • Stress
    Der kanadisch-österreichische Endokrinologe Hans Selye, einer der Urväter der Stressforschung, beschrieb in seinem 1950 erschienenen Standardwerk „The Physiology and Pathology of Exposure to Stress“ Stress als die „unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Art von Anforderung“. Er unterschied zwischen negativem Stress (Distress) und positivem Stress (Eustress). Stress ist ein akutes Adaptions-Problem (Anpassungs-Problem).      

T

  • Techno-ökonomischer Paradigmenwechsel
    Aus Sicht der venezolanische Wissenschaftlerin Carlota Pérez sind die Kondratieff-Zyklen Auswirkungen eines Wechselspiels aus zwei Sphären, nämlich der technisch-wirtschaftlichen und der sozio-institutionellen Sphäre. Stabiles Wachstum von zwei oder drei Jahrzehnten entsteht, wenn beide Sphären aufeinander abgestimmt sind und in die gleiche Richtung weisen. Klaffen die technisch-wirtschaftliche und die sozio-institutionelle Sphäre scherenartig auseinander, ist die Wirtschaft von einer ebenso langen Wechselphase aus Wachstum, Rezession und Depression geprägt. Ein kontinuierlicher Aufschwung kann nicht stattfinden, da beide Sphären disharmonisch voneinander entkoppelt sind. Wirtschaft und Gesellschaft laufen quasi in entgegengesetzte Richtungen oder verharren an unterschiedlichen Punkten der Anpassung an veränderte Situationen.       
  • Trend
    „Eine Veränderungsbewegung oder ein Wandlungsprozess. Man findet Trends in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens – von der Ökonomie über die Politik bis zur Konsumwelt – in den unterschiedlichsten Durchdringungstiefen: Es kann sich um reine Oberflächenphänomene (z. B. Produkttrends) oder um tiefe, nachhaltige Strömungen handeln (z. B. Megatrends).“ (Quelle

U

  • Unsicherheitsbewältigungs-Kompetenzen
    Kompetenzen, die Menschen helfen, besser mit radikalen Lebensveränderungen umgehen zu können. Dazu gehören: ein hohes Maß an Ungewissheitstoleranz, Neugier, Risikofreude, Zielorientierung, Selbststeuerungsgrund (Sinnhaftigkeit), Vertrauen (Selbstvertrauen, Sozialvertrauen, Institutionsvertrauen).

V

  • Volition
    Umsetzungsstärke. Professor Dr. Waldemar Pelz von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hat sich ausgiebig mit der Volitionskompetenz beschäftigt. Er definiert Volition als die „Fähigkeit, Gedanken (Aufmerksamkeit), Emotionen und Aktionen auf das Wesentliche zu lenken und mit Willensstärke selbst gesteckte Ziele zu erreichen.“       
  • VUCA
    Synonym für die Schnelligkeit und Dynamik unserer Welt. Der Begriff kommt aus dem amerikanischen Militär und steht für volatility (Volatilität), uncertainty (Ungewissheit), complexity (Komplexität) und ambiguity (Mehrdeutigkeit).      

W

  • Wissensarbeiter
    Erstmals beschrieben 1959 von Peter Drucker in seinem Buch „The Landmarks of Tomorrow“. Zentrales Merkmal der Wissensarbeit ist die Zusammenarbeit und Vernetzung über Abteilungsgrenzen hinweg. Darüber hinaus ist die Tätigkeit für Wissensarbeiter in hohem Maße projektorientiert, lässt viel Gestaltungsspielraum, ist nicht über feste Regeln und Prozesse definiert und erfordert die Zusammenarbeit bzw. Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinweg.      

Z

  • Zugehörigkeits-Selbstbestimmungs-Konflikt
    Jeder Mensch hat nicht nur ein angeborenes Bedürfnis nach Autonomie, sondern auch nach Zuwendung und Wertschätzung durch andere Menschen. Beide Bedürfnisse sind, neben dem Bedürfnis nach (mehr) Kompetenz, bis an unser Lebensende intrinsische Hauptantriebskräfte für unser Tun, unsere Entwicklung und unser Wachstum. Viele unserer Lebens-, Lern- und Erfolgsprozesse basieren auf Autonomie – mindestens ebenso viele aber auf sozialen Bindungen, Zugehörigkeit, Wertschätzung und Achtung. Bindung und Autonomie stehen diametral zueinander. Zur lebenslangen „Lebenskunst“ gehört es, beide Bedürfnisse zu verbinden und eine Balance zwischen ihnen herzustellen, damit wir einerseits unser inneres Gleichgewicht finden und andererseits befriedigende zwischenmenschliche Beziehungen herstellen können. Widersprechen sich nun Bindungs- und Autonomie-Impulse kommt es zum Zugehörigkeits-Selbstbestimmungs-Konflikt.